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Hoffnungsschimmergeschichten


In Erinnerung an: Nils
Wie Nils seinem Hoffnungsschimmer begegnete

An einem ruhigen Winterabend, ich glaube es war kurz vor dem zweiten Advent, saß Nils in seinem Bett und schaute hinaus zum Fenster. Er sah den schönen dicken Schneeflocken zu, die in der Dunkelheit ganz sanft zu Boden sanken. "Ach", dachte Nils, "ich wäre jetzt lieber zu Hause, bei meinen Brüdern, Mama und Papa." Er seufzte leise, sah in den klaren Nachthimmel und schaute zu den glitzernden Sternen hinauf. „"Ich wünschte ich wäre gesund und müsste nicht mehr hier im Krankenhaus sein. Das ist das Einzige, was ich mir zu Weihnachten wünsche." Nanun, was war denn das? Zwischen den vielen Sternen leuchtete mit einem Mal ein helles Licht auf und sprang munter über den Nachthimmel. "Seit wann springen Sterne?" fragte sich Nils. "Frösche springen, Grashüpfer springen, aber Sterne?" - davon hatte ihm bisher niemand etwas erzählt. Neugierig beobachtete er das Lichtlein. Es hüpfte von hier nach dort, tänzelte wild über den Himmel, bis es mit einem Male direkt über dem kleinen Wald vor Nils Fenster stehen blieb und dort ruhig schwebte. Genau inmitten der schönen dicken Schneeflocken, die in seinem Glanz noch viel mehr glitzerten. Und es schien als kam es näher, direkt auf sein Fenster zu. Nils sah nun, dass es tatsächlich ein Licht war, ganz ohne Form und Gestalt – einfach nur ein Leuchten, nicht größer als seine Hand. Und inzwischen war es so nah, dass er nach ihm hätte greifen können. Nils staunte mit großem und verwundertem Blick. Sein Mund stand ungläubig offen und er traute seinen Augen nicht. Er zeigte mit seinem Finger in Richtung Licht. Das begann wie wild umher zu schaukeln, es tanzte und hüpfte und schwuppdiwupp kam es zu Nils ins Zimmer gehüpft. "Hallo Nils!" Erschrocken blickte Nils zum Licht. "Es hatte gerade gesprochen?" "Ha ha hallo?" fragte Nils, "wer bist Du?" "Ich", antwortete das Lichtlein, ach ich. "Ich bin Dein Hoffnungsschimmer." "Wer? Was ist denn ein Hoffnungsschimmer?" "Na ich bin einer. Ich bin Deiner, denn jeder Mensch hat einen, sei er auch noch so klein." "Aber warum?" fragte Nils ungläubig. "Wozu?" Der Hoffnungsschimmer umkreiste Nils, dass ihm fast schwindlig wurde. "Am Anfang sind wir alle Lichter. Und jeder lernt seinen Hoffnungsschimmer irgendwann einmal kennen. Ich bin heute bei Dir, weil du mich gerufen hast." "Ich habe Dich gerufen?" fragt Nils erstaunt. "Wie denn?" "Du warst ganz traurig und da hast du dir von ganzem Herzen etwas gewünscht. Weißt aber, dass es nicht so einfach ist. Doch du gibst die Hoffnung nicht auf und kämpfst weiter. Genauso redest du mit mir. Ich kann das hören!" Der Hoffnungsschimmer hüpfte aufgeregt auf und ab. "Pass auf," sagte er, "wir spielen ein Spiel. Du versuchst dir vorzustellen wie ich aussehe und ich werde mich genauso verwandeln." "Das wird lustig", dachte sich Nils und begann, in seinen Gedanken zu wandeln. Zu Beginn kam ihm ein Drache in den Sinn, ein grüner mit rosafarbenen Ohren. Danach eine Fee, ein Kobold, ein Pirat, ein Elefant, ein Pferd, ein Vogel … "Stopp!" rief der Hoffnungsschimmer, völlig aus der Puste. "Ich kann nicht mehr. Ich brauche eine Pause. So schnell wie du denkst, kann ich mich nicht verwandeln. Ich denke wir versuchen das noch einmal. Aber dieses Mal etwas anders. Stell dir einfach vor, wie du mich malen würdest, Schritt für Schritt, dann schaffen wir das." Nils überlegte. "Hmmm, OK! Du sollst rote Struppelhaare haben, ein liebes und lustiges Gesicht mit Sommersprossen, hmmm, grüne Haut und kleine Füße mit lila-gelb gestreiften Strümpfen an. Deine Hose ist blau und dein Pullover ist hell grün. Und ganz wichtig: auf dem Rücken hast du schöne gelbe Drachenflügel." "Moment", sagte der Hoffnungsschimmer, "das haben wir gleich." Es dauerte keinen Augenblick und Nils Hoffnungsschimmer wurde so wie er ihn sich vorgestellt hatte. "So! Und?" fragte der Hoffnungsschimmer. "Wie gefalle ich Dir?" "Du siehst lustig aus – jaaaa, du gefällst mir! Jetzt bist du mein Hoffnungsschimmer." Da konnte sich Nils nicht mehr zurück halten und musste lauthals lachen. "Du siehst sooo lustig aus." Der Hoffnungsschimmer sah sich im Spiegel an und musste auch laut los lachen. Jetzt war Nils gar nicht mehr so traurig. "Siehst du Nils", sprach der Hoffnungsschimmer, "ich bin immer für dich da. Ich weiß, was du dir zu Weihnachten wünschst. Versprich mir, gib die Hoffnung nicht auf. Dann bin ich immer für dich da, wenn du mich rufst. Bleibe weiter so ein starker Junge. Ich bin stolz auf dich! Ich werde jetzt so lange hier sitzen bleiben, bis du eingeschlafen bist. Und morgen, morgen können wir wieder Spaß miteinander haben. Da lächelte Nils: "Schön, dass du zu mir gekommen bist. Es macht Spaß, mit dir herum zu albern. Ich freue mich schon so auf morgen." "Ich mich auch", sagte der Hoffnungsschimmer leise. "Gute Nacht und träume süß!" Nils gähnte und sah seinem neuen Freund mit müden Äuglein an. "Ja, guten Nacht, bleib ruhig mit in meinem Bett, dann schlafe ich bestimmt gut." Und der kleine Hoffnungsschimmer kuschelte sich mit zu Nils ins Bettchen und beide schliefen zufrieden ein.


Hoffnungsschimmer - "kleine Hoffnung" von Kerstin Luther

Es war einmal...
... eine junge Frau. Die stand ganz gut in ihrem Leben und war auch so recht zu frieden. Sie war glücklich verheiratet, hatte eine hübsche Tochter und stets ein Lächeln auf dem Gesicht. Doch eines Tages war das Lächeln verschwunden und Tränchen kullerten über ihr Gesicht. Traurig erfuhr sie, dass eine Freundin zwei ihrer Kinder den Engeln überlassen musste. Doch diese Freundin ehrte das Andenken ihrer Kinder in dem sie einen Verein gründete: "Hoffnungsschimmer kleiner Helden". Jetzt wurde die junge Frau wieder froh und wusste sofort, dass sie diese Arbeit unterstützen wollte. Sie wusste zwar noch nicht wie und ob sie dafür überhaupt geeignet war, aber sie setze sich an den Computer und fing an eine Email an ihre Freundin zu schreiben. Als sie so nach den rechten Worten suchte, blickte sie zum Fenster hinaus. Dort glitzerten viele kleine Regentropfen im Sonnenlicht und zauberten wie aus dem Nichts einen wunderschönen bunten Regenbogen. Und plötzlich huschte ein kleines Wesen über diesen Regenbogen und schlüpfte durch den Spalt im Fenster ins Zimmer. Beine baumelnd lies sich dieses bezaubernde Geschöpf auf dem Computerbildschirm nieder und schmunzelte keck die junge Frau an. Völlig verdutzt und fragend blickte die junge Frau auf. Sie konnte nicht glauben, was sie da sah und dann vernahm sie plötzlich ein Stimmchen, was kichernd fragte: "Weißt Du denn nicht wer ich bin?" Erschrocken schüttelte die junge Frau den Kopf. Sie konnte immer noch nicht glauben, was sie da sah und nun auch hörte. "Ich bin ein Hoffnungsschimmer, Dein Hoffnungsschimmer. Dein Herz hat mich geboren. So wie Du bist, so sitze ich vor Dir. Die bunten Farben meines Kleidchens, spiegeln die Fröhlichkeit Deines Lebens wieder. Meine Herzbrosche steht für Dein liebendes Wesen. Für jeden Menschen bist Du da, jedem reichst Du helfend die Hand - nie darauf wartend eine Gegenleistung zu bekommen. Die Schmetterlinge auf dem Blatt in meiner Hand symbolisieren Deine reine Seele und der kleine Käfer symbolisiert die Glücksmomente, welche Du mit Deinem Lachen in die Herzen Deiner Mitmenschen zauberst. Meine bunten Schuhchen zeigen, dass Du Deinen ganz eigenen Weg gehst. Mein Haarschmuck erzählt von Deinem romantischen und harmonischen Zügen, immer darauf bedacht es allen Menschen gut gehen zu lassen. Dein Herz hat mich geboren, als Du Dich dafür entschieden hast, Deiner Freundin zu helfen. Ich stehe für die Hoffnung in Deinem Herzen, für den Wunsch, eine Märchenwelt für Kinder zu schaffen, die durch Krankheit ein Stück ihrer unbeschwerten Kindheit verloren haben. Diese Kinder in ein Reich aus Phantasie und Träume zu entführen oder in das Land der Hoffnungsschimmer. Denn ein jeder hat einen Hoffnungsschimmer. Wenn man ganz fest an ihn glaubt, dann zeigt er sich auch." Die junge Frau konnte kaum glauben was sie hörte, aber es legte sich ein unendlicher Frieden auf ihr Herz und sie wusste das recht war was sie tat. Eine Frage hatte sie jedoch noch, sie wollte so gern wissen wie ihr Hoffnungsschimmerchen denn hieß und es antwortete: "Mein Name ist kleine Hoffnung".


Lilith und der kleine Hoffnungsschimmer

"Hey ! - Hui...
Was ist denn hier los? Wo bin ich denn jetzt gelandet? Alles ist hell! Was für ein seltsames Gefühl. Keine Enge, keine Wärme mehr. Ich schwebe und alles ist leicht und weit.
Na nu? Was ist denn das?"
Auf einmal erscheint ein kleines strahlendes Licht. In kleinen hektischen Verwirbelungen kommt es angeflogen.
"Oh je! Da bin ich ja gerade noch rechtzeitig gekommen, bitte entschuldige die Verspätung."
Sprach das Licht.
"Für was solltest du denn zu Spät sein?
Oder kannst du mir sagen was hier los ist? Ich fühle mich ganz schön verloren."
"Deshalb habe ich mich ja so beeilt...
Damit ich nicht zu spät komme um dich zu begrüßen und für dich da zu sein.
Du bist genauso ein Licht wie ich!" Antwortete das Licht.
"Ich bin ein Licht?
Warum? Ich war doch gerade noch bei meiner Mama. Ist meine Mama auch ein Licht? Kann ich zu ihr? Ich möchte sie sehen und mit ihr kuscheln. Ich fühle mich so komisch."
"Guck mal da runter. Da unten in dem Bett sitzt Deine Mama. Sie ist kein Licht, so wie wir es sind."
"Das ist meine Mama? Wen hat Sie denn da im Arm?"
"Dieses kleine Baby was Sie gerade im Arm hält, bist du.
Im Bauch Deiner Mama warst Du schon sehr krank. So konntest du nicht lebendig auf die Welt gelangen. Nun bist du wieder ein Licht! Wie ich. Ich bin dein Hoffnungsschimmer und für dich da. Gemeinsam sind wir hier in dem Zimmer in dem du geboren wurdest." "Aber ich muss doch jetzt nicht weg? Das ist meine Mama da unten? .... und ich kann nicht fühlen wie sie mich im Arm hält."
"Psst...! Sei mal still, Du kannst hören was deine Mama und die Hebamme erzählen."
Die Hebamme fragte: "Wie soll den ihre kleine Tochter heißen?"
"Lilith, Lilith Sophia!"
"Lilith Sophia! Ich bin ein Mädchen und heiße Lilith Sophia.
Sieh! was passiert denn jetzt?"
Die Hebamme nahm das kleine Wesen und legte es auf die Waage.
"795 Gramm wiegt die kleine und... sie ist 24 cm groß."
"Soll ich auch Fuß- und Handabdrücke machen?" fragte sie, während sie zur grünen Farbe griff.
"Ja, das wäre lieb." bekam Sie prompt als Antwort.
So wurden die Hände und Füße mit grüner Farbe betupft und süße Abdrücke gezaubert.
Das war gar nicht so einfach, bei so kleinen Fingerchen und Zehen, ein deutliches Bild zu bekommen. Doch nach dem dritten Versuch klappte es. Schnell wieder sauber gemacht und rucki-zucki wieder ins Handtuch eingemummelt. "Hier ist ihre kleine Lilith. Ich werde Sie jetzt etwas in ruhe lassen. Nehmen sie sich Zeit für sich und die Kleine." "Meine kleine Lilith! Du bist noch so schön warm und riechst so gut nach Baby. Deine Augen sind geschlossen – und ich wünschte du könntest sie öffnen. Es scheint als würdest du nur schlafen. - Mein Baby - So klein - kein Atem dringt aus deiner kleinen Stupsnase. Deine kleinen Hände werden nie greifen, deine Füße nie gehen, deine Beinchen werden nie strampeln... Niemals werde ich ein Lächeln über Deine Lippen huschen sehen. Vor ein paar Stunden spürte ich noch deine zarten Bewegungen in meinem Bauch. Jetzt liegst du in meinem Arm und wirst nie erwachen. Du hast den Mund von Deinem Papa. Ich wünschte er wäre jetzt hier. Ich wünschte er könnte sehen wie friedlich du aussiehst. Ich möchte dich nicht hergeben, dich immer im Arm halten."
"Meine Mama ist traurig! Ob sie weiß das ich sie sehe?"
"Vielleicht!? - sie kann es bestimmt fühlen, dass du immer da sein wirst. In ihren Gedanken und Gefühlen wirst du weiter leben. Sie wird dich nie vergessen."
"Wenn ich so sehe wie sie mich im Arm hält, kann ich mir vorstellen, dass das genauso warm und kuschelig ist, wie bei ihr im Bauch. Ganz oft hat sie mich gestreichelt. Ich spürte ihre Hand wenn sie damit über den Bauch strich. Am liebsten habe ich mich dann in ihre Hand gekuschelt als sie diese auf ihrem Bauch legte. Das war schön. Ich möchte immer hier bei meiner Mama bleiben!"
"Eigentlich möchte ich Dich mit ins Land der Hoffnungsschimmer nehmen. Von uns gibt es noch viele, viele mehr!"
"Aber meine Mama! Ich kann sie nicht alleine lassen. Guck mal! Sie ist ganz traurig!"
"Wir müssen nicht gleich gehen. - und eines ist gewiss! Sobald deine Mama an Dich denkt, wirst du bei ihr sein. Sie wird ganz sicher, viel mit dir reden."
"Wirklich? Du sagst das nicht nur so?"
"Hey! Ich bin dein Hoffnungsschimmer und schwindle dich nicht an! Vertraue mir. Sobald deine Mama zur Ruhe gekommen ist, machen wir uns auf den Weg. Doch solange belieben wir noch hier bei Deiner Mama. Ganz tief in ihrem Herzen fühlt sie das du da bist."

© 2009